Geschichte des Vereins
Der Verein für Psychoanalytische Sozialarbeit Tübingen e. V. wurde 1978 in Rottenburg a.N. gegründet. Drei Mitarbeiter aus der Psychiatrie und weitere Unterstützer erkannten die Notlage von Kindern und Jugendlichen, die wegen schwerer seelischer Probleme nach einem Klinikaufenthalt keine passende Betreuung fanden.
So entstand das erste Therapeutische Heim in Rottenburg (heute: Wohngruppe am Ufer) und wurde 1981 anerkannt.
Im Laufe der Zeit kamen weitere Angebote hinzu: die Schule am Ufer für junge Menschen, die in anderen Schulen Schwierigkeiten haben, Ambulante Dienste (gegründet 1984) zur Unterstützung von Familien im Alltag sowie die Wohngruppe Hagenwört (seit 1990), die Jugendliche und junge Erwachsene auf ein selbstständiges Leben vorbereitet.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht der einzelne Mensch mit seinen Bedürfnissen und Erfahrungen. Statt Menschen an bestehende Angebote anzupassen, sucht der Verein ausgehend von der individuellen Situation nach einer passenden Unterstützung. Diese kann Hilfe im Alltag, schulische Förderung, Berufsorientierung, Gespräche mit Eltern oder Unterstützung bei Behörden umfassen.
Die psychoanalytische Sozialarbeit geht davon aus, dass soziale Not und Konflikte im Zusammenhang mit seelischen Störungen oder anhalten Störungen in familiären Beziehungen verstanden werden können. Beispielsweise können Ängste, Rückzug, Wut oder aggressives Verhalten können Ausdruck belastender Erlebnisse sein und reichen häufig bis in die gegenwärtige Situation hinein. Viele psychisch kranke Kinder, Jugendliche und Erwachsene verhalten sich irritierend oder destruktiv obwohl eine äußere Notlage oder Konflikte im Sozialen bereits bewältigt werden konnte. Deshalb ist es wichtig, die Hintergründe des Verhaltens zu verstehen und verlässliche Beziehungen aufzubauen. Das psychoanalytische Verständnis ermöglicht es Fachkräften Vorstellungen von notwendigen Settings und Rahmenbedingungen gerade bei diesen scheinbar nicht zu beeinflussenden Klienten zu entwickeln.
Auch die Mitarbeitenden reflektieren ihre Arbeit regelmäßig gemeinsam, beispielsweise in Fallbesprechungen und Supervisionen. Dabei betrachten sie schwierige Situationen, Beziehungen und ihre eigenen Reaktionen. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist ebenfalls ein wichtiger Bestandteil der Betreuung.
Der Verein ist selbstverwaltet und legt Wert auf die Beteiligung seiner Mitarbeitenden an Entscheidungen.
Die Herausforderungen sozialpädagogischer Arbeit verändern sich mit der Zeit. Deshalb werden die pädagogischen Konzepte immer wieder überprüft und weiterentwickelt. Zuletzt wurde ein Schulabsentismusprojekt 2026 ins Leben gerufen.
Das Ziel des Vereins ist es, Menschen zu unterstützen, die nur schwer erreicht werden. Durch verlässliche Beziehungen, individuelle Förderung und passende Strukturen sollen sie mehr Sicherheit, Lebensqualität und Selbstständigkeit gewinnen.